Branchenübergreifende Ansätze für Unternehmen (resiRAUM) Resilienzförderung

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie prägen die industrielle Landschaft, sind Motoren für Innovationen und stellen einen erheblichen Anteil der Arbeitsplätze bereit. Gleichzeitig stehen sie vor einer Vielzahl an Herausforderungen, die ihre Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit bedrohen. Globale Krisen, der Fachkräftemangel, technologische Transformationen und eine zunehmende Marktvolatilität machen deutlich, dass KMU neue Ansätze benötigen, um resilient und zukunftsfähig zu bleiben. Die Widerstandsfähigkeit von Organisationen gegen Herausforderungen ist entscheidend für ihren langfristigen Erfolg. Bislang fehlen jedoch branchenübergreifende integrierte Konzepte, die darauf abzielen, die Resilienz der KMU auf den unterschiedlichen Ebenen zu stärken. 

Die Motivation für die Projektidee liegt in der Erkenntnis, dass Resilienz eine Schutzfunktion erfüllt und eine wesentliche Grundlage für die Zukunftsfähigkeit von KMU bildet. Resilienz ermöglicht es Unternehmen, externe Schocks abzufedern, Risiken im Vorfeld zu erkennen und zu minimieren und gestärkt aus Krisen hervorzugehen. Dies erfordert jedoch einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl die individuelle Ebene der Beschäftigten als auch die von Teams berücksichtigt und ebenfalls die organisationale Dimension inkludiert. Politische, ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen beeinflussen Unternehmen und Organisationen in unterschiedlicher Weise und können sowohl förderliche als auch hemmende Effekte auf ihre Geschäftstätigkeit haben. Resilienzorientierte Strategien und Praktiken tragen dazu bei, Stabilität zu erhalten, Anpassungsfähigkeit auszubauen und Innovationspotenziale systematisch zu erschließen. 

Ziele des Projektkonsortiums

  • Integration und Weiterentwicklung etablierter Modelle zu einem multidimensionalen Resilienzansatz, der verschiedene Ebenen, individuell, teambezogen, organisational und auch das Unternehmensumfeld, miteinander verbindet.
  • Sensibilisierung der KMU für die Bedeutung organisationaler Resilienz sowie die Notwendigkeit geeignete Maßnahmen umzusetzen, um die Krisenfestigkeit zu stärken.
  • Entwicklung eines KI-gestützten Diagnoseinstruments zur Erkennung und Analyse von Schwachstellen in KMU
  • Aufbau eines modularen Qualifizierungsprogramms zur Befähigung von Mitarbeitenden sowie Fach- und Führungskräften für einen kompetenten Umgang mit Krisen, unter Einbeziehung innovativer Lernformate
  • Förderung eines systematischen Wissenstransfers zwischen Unternehmen und Forschung im Hinblick auf das Resilienzverständnis und die Integration multiperspektivischer Erkenntnisse. 

Die Hochschule Esslingen ist in dem Verbundprojekt mit dem Teilprojekt 2 „Erforschung von Resilienzfaktoren und Entwicklung modularer Qualifizierungsmaßnahmen zur Stärkung der Resilienz- und Handlungskompetenz von KMU“ vertreten. Die Ziele des Teilprojektes bestehen in der Erforschung von Resilienzfaktoren, insbesondere auf der Mikroebene, sowie deren Interaktion mit der Meso- und Makroebene. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung eines theoretisch fundierten und praxisorientierten Qualifizierungskonzepts zur Stärkung der Resilienz- und Handlungskompetenz in KMU. Es soll zunächst untersucht werden, welche Schutzfaktoren auf der Mikroebene wirken und wie diese in Wechselwirkung mit der Meso- und Makroebene stehen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse und auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz soll ein modulares Weiterbildungsrahmenwerk entstehen, das die relevanten Wissens- und Kompetenzbereiche adressiert, die zur Förderung organisationaler Resilienz beitragen. Ein zentraler Bestandteil ist die Entwicklung und Integration von realitätsnahen Simulationsszenarien, die es ermöglichen, Krisen- und Veränderungssituationen in einem geschützten Lernumfeld zu erproben und adaptive Handlungsstrategien zu entwickeln. Ziel ist es, Qualifizierungsmaßnahmen zu gestalten, die Resilienz nicht nur als theoretisches Konzept, sondern als konkrete, erfahrbare Handlungskompetenz in den Unternehmensalltag überführen.

Projektkonsortium

  • Fachhochschule des Mittelstands (FHM)
  • Hochschule Esslingen (HE)
  • MSF Vathauer Antriebstechnik (MSF)
  • Stiftung „Mittelstand–Gesellschaft–Verantwortung“ (Stiftung)
  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) 

 

Projektlaufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2028

Gefördert durch: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)

Fördermaßnahme: Arbeitshandeln für Kreativität, Innovation und resiliente Wertschöpfung (AKIRes) im Programm „Zukunft der Wertschöpfung“ 

Projektteam:

Projektleitung: Prof. Dr. Dipl.-Psych. Andrea Chmitorz (MPH)

Projektmitarbeitende:

  • Dipl.-Psych. Maren Hawighorst
  • Amrei Maier (M.A.) (ab 01.03.2026)
  • Studentische Hilfskräfte (N.N.)
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