In der Konzeptwerkstatt in Gebäude 13 am Campus Esslingen-Stadtmitte wird geschraubt, konstruiert und getestet: Hier arbeitet das studentische Projektteam urb-E an einem besonderen Fahrzeug. Urb-E steht für „Urbanes Elektromotorrad“ und ist ein zweisemestriges Forschungsprojekt im Masterstudiengang Fahrzeugtechnik (M.Eng.).
Das Projekt wurde von den Masterstudenten Richard Renno, Christian Speck, Tobias Pröttel und Sebastian da Costa Zemsch gemeinsam mit 球探比分网den des Bachelorstudiengangs Fahrzeugtechnik (B.Eng.) umgesetzt. In einem Video stellen die Studenten das ihre gemeinsame Arbeit vor! Geleitet wurde das Projekt von Prof. Dr. Alexander Müller. Ziel war es, ein fahrbereites Elektromotorrad zu entwickeln und dieses im September 2025 auf der Motorradveranstaltung Glemseck 101 zu präsentieren.
Die Grundlage bildete das Vorgängerprojekt UREMO, basierend auf einer Ducati 796 (Baujahr 2010). Die urb-E-Gruppe entwickelte UREMO umfassend weiter: Design, Elektronik, Antriebsstrang, Akkupack, Beleuchtung, Mechanik und Rahmen, unter Verwendung alternativer Antriebe und nachhaltiger Ressoucen.
Der Projektablauf
Zu Beginn stand eine intensive Konzeptphase mit Brainstorming und der (Teil-)Zielplanung bis zur Glemseck 101. Danach folgten Designfindung, CAD-Konstruktion des Motorrads inklusive des Antriebs und die Festigkeitsnalyse des Rahmens mit der Simulationssoftware ANSYS.
Auf Basis des CAD-Modells begann die Projektgruppe mit dem praktischen Aufbau. Dazu gehörten unter anderem:
- die Fertigung des Batteriekastens,
- die Neuverdrahtung des Kabelbaums inklusive der Steckverbindungen,
- das Lasern von Holzrahmenschablonen,
- Fräsen des Holzrahmens inklusive der Nachbearbeitung und
- Ölen als Witterungsschutz
- Fertigung der Armaturen per 3D-Druck,
- Konstruktion und Verdrahtung des Vorder- und Rücklichts
Die Masterstudenten führten mehrere Fahrtests auf dem Hochschulgelände durch. Im September 2025 stellten die Esslinger Fahrzeugstudenten ihr Projekt auf der Glemseck 101 vor. Es folgte eine Abschlusspräsentation vor der Professorenschaft und Kommiliton:innen der Fakultät Mobilität und Technik.
Theorie trifft Praxis
Die Studenten arbeiteten mit verschiedenen Programmen, darunter CAD (digitale Konstruktion), RAMSIS (Sitzhaltungsanalyse und Package-Definition) und ANSYS (Festigkeitsanalyse des Holzrahmens). Für die praktische Fertigung bedienten die urb-E-Studenten verschiedenste Maschinen in der Werkstatt.
„Mit einigen Programmen hatten wir bereits im Studium gearbeitet, insbesondere CAD und ANSYS. Andere Funktionen mussten wir uns projektbegleitend selbstständig erarbeiten.“, erklärt Student Richard.
Und nicht nur die Anwendung von Programmen und Maschinen war gefragt: „Von Beginn an gab es ein festes Enddatum, wodurch der gesamte Projektablauf strukturiert, geplant und termingerecht umgesetzt werden musste.“ Die gelernten Inhalte aus verschiedensten Vorlesungen, darunter Fahrzeugentwurf, Ergonomie, Karosserieentwicklung oder Elektrotechnik konnten die Studenten direkt an einem realen Projekt anwenden.
Die Konzeptwerkstatt als Zentrum des Projekts
Der wichtigste Arbeitsort des Teams war die Konzeptwerkstatt des Labors für Fahrzeug- und Karosserieentwurf (LFK). Hier verbrachten die 球探比分网den über zwei Semester hinweg mehrere Stunden pro Woche.
Zum Einsatz kamen unter anderem die Schleifmaschine, Stemmeisen, Fräs- und Bohrmaschine sowie der Kreissäge. Für elektrotechnische Arbeiten arbeiteten die 球探比分网den eng mit angrenzenden Laboren zusammen.
Student Sebastian bleibt vor allem die Teamarbeit in Erinnerung: „Teilweise arbeiteten wir bis in die Abendstunden in der Werkstatt, das schweißt als Team zusammen. Das eigene Projekt auf der Glemseck 101 vor erfahrenen Motorrad-Enthusiasten vorzustellen war ein ganz besonderer Moment für uns.“
Die Esslinger Studenten sind in einem Artikel der Zeitschrift „Motorrad“ erschienen und sie erhielten den „Best Presentation Award“ für ihre Abschlusspräsentation an der Hochschule.
Und wie geht es weiter?
Die Projektgruppe urb-E dokumentierte alle Schritte des Projekts für Nachfolgestudierende, inklusive „Lessons Learned“ als Stütze. Für kommende Projektgruppen ist bereits ein neues Ziel geplant: ein elektrisch angetriebenes Dragbike zur Teilnahme am 1/8-Meile-Rennen der Glemseck 101.



