Promotionsinteresse

Ich mache gerade mein Masterstudium fertig, mir gefällt es aber in der Wissenschaft. Ist die Promotion das Richtige für mich?

Die Gründe für eine Promotion sind vielfältig – ob persönlich, beruflich oder wirtschaftlich, alle Gründe sind valide. Wichtig ist: Ihre Motivation muss nur für Sie selbst stimmen.

Falls Sie unsicher sind, ob eine Promotion für Sie infrage kommt, helfen diese Punkte bei der Orientierung:

  • Sie haben Freude an wissenschaftlicher Arbeit und am Forschen
  • Ein Thema fasziniert Sie so sehr, dass Sie es vertiefen möchten
  • Sie sind auf eine offene wissenschaftliche Frage gestoßen, die Sie lösen wollen
  • Sie wollen sich beruflich breiter aufstellen oder streben eine akademische Laufbahn an
  • In Ihrem Berufsfeld ist ein Doktortitel von Vorteil oder sogar Standard
  • Mit einer Promotion verbessern sich Ihre Karriere- und Gehaltsaussichten

Treffen einer oder mehrere dieser Punkte auf Sie zu, dann lohnt sich die Überlegung zu promovieren.

Was sollte ich vor der Promotion bedenken?

Eine Promotion kann erfüllend und spannend sein, verlangt aber auch viel Zeit, Energie und Durchhaltevermögen. Bevor Sie starten, sollten Sie ehrlich prüfen, ob eine Promotion aktuell zu Ihrem Leben passt. Drei zentrale Aspekte sollten Sie dabei besonders beachten:

  1. Motivation, Belastbarkeit und Organisation

    Überlegen Sie sich gut, warum Sie promovieren wollen. Die Promotion kann emotional fordernd sein – ein stabiles Umfeld aus Familie, Freund:innen und Kolleg:innen ist dabei hilfreich. Ebenso wichtig sind Zeitmanagement und Selbstorganisation. Wer seine eigene Arbeitsweise kennt (z. B. Morgenmensch oder Nachteule), kann den Alltag besser strukturieren. Bei Unsicherheiten helfen Ratgeber, Coachings oder Beratungsangebote.

     

  2. Verfügbare Zeit und Verpflichtungen

    Ob Vollzeit oder berufsbegleitend: Planen Sie Ihre verfügbare Zeit realistisch. Denken Sie auch an familiäre Aufgaben wie Kinderbetreuung oder Pflege, ebenso wie an Ihre Familienplanung – all das beeinflusst Ihre Promotionszeit und umgekehrt. 

     

  3. Finanzierung und Lebensunterhalt

    Viele Promovierende arbeiten an der Hochschule, oft über befristete Projektstellen (meist 2 – 3 Jahre). Eine Promotion dauert jedoch meist 4 – 6 Jahre. Da unbefristete Stellen selten sind, sollten Sie frühzeitig klären, wie Sie Ihren Lebensunterhalt in dieser Zeit sichern.

Wie/Wo finde ich eine/einen Betreuer:in?

Der erste Schritt für eine Promotion ist, eine:n passende:n Betreuer:in in Ihrem Fach zu finden. 

Wer eine/einen Betreuer:in für die Promotion sucht, hat mehrere Optionen. An der eigenen Alma Mater lohnt es sich, frühere Professor:innen oder die Betreuungsperson der Masterarbeit anzusprechen – vor allem, wenn man thematisch an bisherige Arbeiten anknüpfen möchte. 

An anderen Hochschulen empfiehlt es sich, gezielt die Webseiten von Universitäten und HAWs nach Forschenden im eigenen Interessensgebiet zu durchsuchen. Auch ein Blick in aktuelle Stellenausschreibungen kann helfen – besonders, wenn Promotionsstellen oder Projektmitarbeiten angeboten werden. 

Wer noch keine Wunschhochschule hat, sollte zudem Online-Portale wie Academics.de oder Stepstone.de nutzen, um passende Projekte oder Stellen für die Promotion zu finden.

Promotion an der HE

Um an der HE eine/einen Betreuer:in zu finden, schauen Sie sich die Forschungsbereiche und -projekte sowie die Liste der Professor:innen auf der entsprechenden Fakultätsseite an. Ebenfalls können Sie sich bei den verschiedenen Instituten der HE über die Forschungsbereiche an der HE informieren. Haben Sie womöglich schon einen Fachbereich oder ein Thema, das zu einem unserer Institute passt?

Identifizieren Sie auf den relevanten Seiten diejenigen Personen, die im gewünschten Forschungsbereich tätig sind und schreiben Sie diese gerne direkt an.  

Projektstellen werden im Stellenportal publiziert.

Welche Promotionsarten gibt es?

Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten an der HE zu promovieren:

  1. Kooperative Promotion – Die Promotion wird zusammen mit einer Universität durchgeführt. Ein/Eine Hauptbetreuer:in kommt von der Uni, ein/eine Zweitbetreuer:in von der HE. Die Zulassungsvoraussetzungen legt die Universität fest. Welche Universität am besten geeignet ist, ist fachabhängig und vor allem davon, mit welchen Universitäten die Professor:innen der HE schon Verbindungen aufgebaut haben. Sowohl eine inländische als auch eine ausländische Universität kommen in Frage. Die universitäre Promotionsordnung bestimmt die einzelnen Schritte zur Annahme als Promovierender sowie die notwendigen Voraussetzungen für eine Promotion. Promovierende müssen sich an der entsprechenden Universität immatrikulieren. Eine Immatrikulation an der HE findet nicht statt. 
  2. Promotion im Promotionsverband – HAWs in Baden-Württemberg haben im September 2022 im Rahmen eines hochschulübergreifenden Promotionsverbands ein begrenztes Promotionsrecht bekommen. Bestimmte Professor:innen verschiedener HAWs sind seither promotionsberechtigt. Die Professor:innenschaft ist in Forschungseinheiten nach fünf Fachgebieten eingeteilt. Listen von Professor:innen aller HAWs in BaWü, die im Verband sind und Promotionen betreuen dürfen, sind für jede Forschungseinheit auf der Verbandswebseite angegeben: 

    1. Forschungseinheit I: Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften

    2. Forschungseinheit II: Lebenswissenschaften, Biotechnologie, Medizintechnik

    3. Forschungseinheit III: Informatik und Elektrotechnik - Ingenieurissenschaften 2

    4. Forschungseinheit IV: Ingenieurwissenschaften

    5. Forschungseinheit V: Rechts- und Verwaltungswissenschaften

Die HE ist Mitglied im Promotionsverband. Der Ablauf der Immatrikulation ist im Immatrikulations-Prozess beschrieben. Bei einer kooperativen Promotion wird der/die Promovierende bei der entsprechenden Universität immatrikuliert (s.o.).

Industriepromotion
Im Rahmen beider Optionen sind Industriepromotionen möglich, insofern Ihr/Ihre Betreuer:in zustimmt. 

Unabhängig vom Weg gilt: Suchen Sie sich zuerst eine/einen passende:n Betreuer:in im gewünschten Fachgebiet (s. Frage “Wie/Wo finde ich eine/einen Betreuer:in?”). Wenn Sie an der HE promovieren möchten, informieren Sie sich auf der relevanten Fakultätswebseite, wer in Ihrem Forschungsgebiet schon arbeitet, und nehmen Sie gerne direkt Kontakt auf. 

Was muss ich machen, damit ich als Promovierende:r angenommen werde?

Die Voraussetzungen für eine Promotion stehen in der jeweiligen Promotionsordnung. Diese kann je nach Universität oder sogar Fakultät unterschiedlich sein, weshalb es keine einheitliche Antwort auf diese Frage gibt. 

In der Regel braucht man an einer Universität einen Masterabschluss im passenden Fach oder eine gleichwertige Qualifikation (z. B. Staatsexamen). In manchen Fällen, vor allem im Ausland, ist auch eine Promotion direkt nach dem Bachelor möglich. Weitere Anforderungen, wie etwa Notenschnitt, Anerkennung ausländischer Abschlüsse oder Ausnahmen sind ebenfalls in den jeweiligen Promotionsordnungen geregelt.

Für den Promotionsverband gilt eine Rahmenpromotionsordnung. Etwaige ergänzende Anforderungen, Ausnahmen und fachspezifische Regelungen finden sich in den Promotionsordnungen der einzelnen Forschungseinheiten. Die Information zum Verband, den Einheiten, sowie dem Prozess zur Annahme inkl. Formulare und einer Checkliste können Sie direkt auf der Webseite des Verbands einsehen. 

Welche Dokumente brauche ich für die Annahme als Promovierende:r?

Welche Unterlagen für die Annahme als Promovierende:r benötigt werden, hängt von der jeweiligen Promotionsordnung der Universität bzw. des Promotionsverbands ab. In der Regel sind jedoch folgende Dokumente erforderlich:

  • Exposé des Promotionsvorhabens (Forschungsskizze mit Fragestellung, Methode und Zeitplan)
  • Betreuungszusage einer/eines promotionsberechtigten Professor:in
  • Abschlusszeugnis und Urkunde des Masterstudiums (ggf. auch Staatsexamen oder gleichwertiger Abschluss)
  • Notenspiegel des Studiums
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Ggf. Motivationsschreiben
  • Ggf. Nachweis über Sprachkenntnisse (v. a. bei internationalen Bewerber:innen)
  • Ggf. Anerkennung ausländischer Abschlüsse
  • Ausgefüllte Antragsformulare der jeweiligen Institution

Für den Promotionsverband Baden-Württemberg finden Sie alle nötigen Unterlagen, Formulare und eine Checkliste auf der offiziellen Webseite.

Wie entscheide ich mich für ein Promotionsthema?

Die Wahl des Promotionsthemas ist ein zentraler Schritt – es gibt zwei typische Wege, beide haben ihre Vor- und Nachteile: 

  1. Thema aus einer Stellenausschreibung oder Themenliste von Professor:innen 

    Manche Professor:innen oder Institute schreiben konkrete Promotionsthemen aus oder veröffentlichen Themenvorschläge im Zusammenhang mit einer Projektausschreibung. Vorteil: Die Entscheidung fällt leichter; außderdem ist das Thema meist bereits gut in ein Forschungsprojekt eingebettet. Der Nachteil: Der inhaltliche Spielraum ist begrenzt – man arbeitet stärker entlang der Interessen des Betreuers/der Betreuerin.

  2. Eigenes Thema wählen 

    Wer ein eigenes Thema mitbringt, kann selbstbestimmt und leidenschaftlich forschen. Vorteil: Hohe Motivation und individuelle Ausrichtung helfen Ihnen die Promotion konsequent durchzuführen. Nachteil: Man muss sich intensiv in die Literatur einarbeiten, um echte Forschungslücken zu finden – das erfordert Zeit und eine gute Themenabgrenzung.

Am besten ist eine Kombination: Überlegen Sie, was Sie wirklich interessiert! Dann sprechen Sie mit potenziellen Betreuer:innen, um herauszufinden, ob sich daraus ein tragfähiges Thema entwickeln lässt. Manchmal hat man Glück und das gewünschte Thema lässt sich zum Teil in ein existierendes Projekt einbinden.

Was ist ein Exposé? Was sollte es beinhalten?

Ein Exposé ist ein schriftliches Konzept für Ihr Promotionsvorhaben. Es dient dazu, das geplante Forschungsvorhaben strukturiert darzustellen und bildet oft die Grundlage für die Annahme als Promovierende:r. Das Exposé ist nicht nur ein „Antrag“, sondern hilft auch Ihnen selbst, Ihr Thema zu schärfen und strukturiert anzugehen. Es zeigt, dass Sie ein relevantes Forschungsthema identifiziert haben, den Stand der Forschung kennen und eine durchdachte Methodik verfolgen. Es sollte immer in enger Abstimmung mit Ihrer/Ihrem Betreuer:in erstellt werden. 

Je nach Fach kann der Aufbau leicht variieren. Typischerweise ist ein Exposé 5–15 Seiten lang und hat folgende Elemente:

  1. Problembeschreibung / Ausgangslage – Warum ist das Thema relevant?
  2. Forschungsstand – Was wurde bisher dazu geforscht? Wo sind die Lücken?
  3. Forschungsfrage(n) – Was genau wollen Sie herausfinden?
  4. Methodik – Wie wollen Sie vorgehen? Welche Methoden kommen zum Einsatz?
  5. Geplantes Vorgehen – Grober Arbeitsplan mit ggf. vorläufiger Gliederung der Arbeit
  6. Zeitplan – Am besten in Form eines Gantt-Charts mit Meilensteinen
  7. Literaturnachweis – Verzeichnis der im Exposé verwendeten Literatur

Die Promotionsordnung oder Ihr:e Betreuer:in gibt manchmal genaue Vorgaben. Der Promotionsverband hat seine Vorgaben auf seiner Webseite vermerkt.

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